Kinder fragen, FAU-Forscher/-innen antworten, Folge 1

Gelangweiltes Kind am Schreibtisch
Warum langweilen wir uns? FAU-Wissenschaftler/-innen beantworten die Fragen von Kindern. (Bild: AdobeStock/soupstock)

Warum ist der Himmel blau? Woher kommt das Salz im Meer? Und warum langweilen wir uns? Kinder haben viele Fragen – und manche davon sind gar nicht so leicht zu beantworten. FAU-Wissenschaftler/-innen übernehmen:

Woher kommt das Salz im Meer?

Dr. Sebastian Teichert, Lehrstuhl für Paläoumwelt

Wer beim Baden im Meer schon einmal Wasser geschluckt hat, weiß: Das Wasser schmeckt salzig. Denn im Meerwasser sind durchschnittlich 35 Gramm Salz pro Liter enthalten. Doch wie kommt das Salz dorthin? Unsere Ozeane sind mehrere Millionen Jahre alt. In all der Zeit haben Flüsse Salze und Mineralien vom Festland ins Meer gespült. Zwar transportieren die Flüsse nur winzige Mengen Salz, und schmecken daher selbst nicht salzig. Über die Jahrmillionen kommt in den Meeren so aber Einiges zusammen. Große Mengen Salz gelangen auch von den sogenannten mittelozeanischen Rücken, an denen neuer Meeresboden entsteht, ins Meer. Doch warum werden die Meere dann nicht immer salziger?

Das liegt daran, dass das Meer nicht nur ständig neues Salz bekommt, sondern auch wieder welches verliert. Wenn sich bei starken Wellen Gischt bildet und diese an Land geweht wird, verliert das Meer hierbei immer ein wenig Salz.

Viel Salz geht auch verloren, wenn es gemeinsam mit anderen Materialien als Sediment am Meeresboden abgelagert wird. Insgesamt bleibt der Salzgehalt in den Meeren also ziemlich im Gleichgewicht.

Paläontologe Dr. Sebastian Teichert und Soziologin Prof. Dr. Aida Bosch
Paläontologe Dr. Sebastian Teichert weiß, warum das Meer salzig ist. Soziologin Prof. Dr. Aida Bosch erklärt, warum wir uns langweilen. Fotos: Blandina Mangelkramer / privat

Warum langweilen wir uns?

Prof. Dr. Aida Bosch, Institut für Soziologie

Wir Menschen haben ein sehr großes Gehirn, das genau wie unser sonstiger Körper beschäftigt werden will. Dazu braucht es Anreize aus der Außenwelt – nicht zu viele und nicht zu wenige. Wenn es genug interessante Anreize hat, kann sich das Gehirn hervorragend beschäftigen, und die Dinge, die es erfahren hat, spielerisch kombinieren und variieren. So kann es seine schöpferischen Fähigkeiten entfalten. Zu wenige Anreize können das Gehirn unterfordern, und dann entwickelt es sich nur langsam und unvollständig.

Zudem sind wir Menschen sehr soziale Wesen: Wir sind auf die Gemeinschaft angewiesen, benötigen den Zuspruch und die Aufmerksamkeit anderer Menschen. Wenn uns Anreize oder die Gemeinschaft fehlen, kann es sein, dass wir Langeweile spüren: Wir wissen mit uns und der Welt gerade mal nichts anzufangen. Ein gutes „Gegengift“ für Langeweile ist ein waches, leidenschaftliches Interesse an den Dingen um uns herum, an kleinen Details oder auch an größeren Zusammenhängen. Verlieren wir das Interesse an der Welt, dann fühlt sich alles öde an, einschließlich uns selbst. Langeweile ist also ein Gefühl, das man ganz leicht überwinden kann. Es fordert dich auf, dich für etwas aus den vielen Möglichkeiten des Tuns zu entscheiden. Wenn du ein leidenschaftliches Interesse für eine Tätigkeit entwickelst, stärkst du damit deine Persönlichkeit.